Tamedia-Nachbefragung: Stimmvolk folgte Parteiparolen beim Geldspielgesetz nicht

Die Anhänger aller grösseren Parteien stimmten mehrheitlich für das neue Geldspielgesetz. Trotz des Widerstands der Jungparteien nahmen auch die 18- bis 34-Jährigen die Vorlage deutlich an. Die Vollgeld-Initiative fand laut der Tamedia-Umfrage nur bei ganz linken Wählern eine Mehrheit. 

Zürich, 12. Juni 2018 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen eine titelübergreifende Nachbefragung zur eidgenössischen Abstimmung vom 10. Juni durchgeführt. 7’738 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 8. und 10. Juni online an der Umfrage teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 3,4 Prozentpunkten.   

 

Parolen der Parteien fanden kein Gehör

Das Schweizer Stimmvolk hat am Sonntag das neue Geldspielgesetz sehr deutlich angenommen: 72,9 Prozent stimmten der Behördenvorlage zu. Die Tamedia-Nachabstimmungsumfrage zeigt, wie der Entscheid zustande gekommen ist. 
Obwohl mehrere Parteien – darunter FDP, GLP, Grüne und BDP – die Nein-Parole herausgegeben hatten, folgte ihnen die eigene Basis nicht. So stimmten 74 Prozent der FDP-Wähler für das neue Gesetz, und auch die Anhänger von Grünen, BDP und GLP sprachen sich mit 70 Prozent Ja-Stimmen oder mehr für die Vorlage aus.  Von den grösseren Parteien lag der Ja-Stimmenanteil bei den SVP-Anhängern am tiefsten – es stimmten aber immer noch 65 Prozent zu.  

 

Satte Mehrheit auch bei den 18- bis 34-Jährigen
Die Umfrage zeigt keine signifikanten Unterschiede zwischen den Generationen: Obwohl Jungparteien von links bis rechts vor den Netzsperren warnten, legten 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Ja in die Urne. Bei den über 65-Jährigen stimmten 80 Prozent der Vorlage zu. 

Aus Sicht der Ja-Stimmenden war das wichtigste Argument für die Vorlage, dass mit dem Gesetz sichergestellt werde, dass alle Anbieter von Geldspielen Abgaben für gemeinnützige Zwecke bezahlen würden. Jene, die Nein stimmten, taten dies häufig, weil sie in den Netzsperren für Online-Geldspiele ausländischer Anbieter einen schweren Eingriff in die Wirtschafts- und Informationsfreiheit sehen – oder ein gefährliches Präjudiz.  

Mehrheit gegen Finanzierung von Referenden aus dem Ausland 

Zu reden gab im Abstimmungskampf, dass ausländische Anbieter von Geldspielen das Referendum und die Kampagne der Gegner finanziell unterstützt haben. Dies sieht gemäss der Tamedia-Nachabstimmungsumfrage eine Mehrheit der Stimmbürger kritisch. So unterstützen 64 Prozent ein Verbot der Finanzierung von Referenden mit ausländischen Geldern. 

Die von den  Gegnern des Geldspielgesetz geäusserte Sorge, die Einführung von Netzsperren schaffe ein gefährliches Präjudiz, teilt nur eine Minderheit: 41 Prozent rechnen damit, dass über kurz oder lang auch Download- und Streaming-Portale gesperrt werden, weil die Musik- und Filmindustrie Urheberrechtsverletzungen geltend macht. 49 Prozent rechnen nicht damit, der Rest tat keine Meinung kund. 

Vollgeld-Initiative chancenlos

Die Vollgeld-Initiative wurde mit 75,7 Prozent Nein wuchtig abgelehnt. Laut der Umfrage fand sie einzig bei Stimmbürgern eine Mehrheit, die sich auf der Links-rechts-Skala am linken Rand verorten. 

Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen

Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissen­schaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen und der Bericht zur Umfrage sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia-Medien

Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen; 

Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche;

Tessin: 20 minuti  

Kontakt

Christoph Zimmer, Leiter Kommunikation & Public Affairs Tamedia

+41 44 248 41 35, christoph.zimmer@tamedia.ch


Über Tamedia

Tamedia ist die führende private Schweizer Mediengruppe. Die Digitalplattformen, Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften von Tamedia bieten Überblick, Einordnung und Selektion. Das 1893 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 3‘400 Mitarbeitende in der Schweiz, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Israel, Luxemburg, Österreich und Serbien und ist seit 2000 an der Schweizer Börse kotiert.

Weitere Informationen zu Tamedia für Medienschaffende:

www.tamedia.ch/de/gruppe/newsroom Im Newsroom unter Bilddatenbank stehen frei verfügbare aktuelle Bilder rund um Tamedia zum Herunterladen zur Verfügung, unter anderem Aufnahmen der Gebäude mit dem seit Januar 2017 eingesetzten Logo. www.tamedia.ch 

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