Verleger und Verwaltungsratspräsident Pietro Supino erklärt, wie der Name TX Group entstanden ist, gibt Auskunft zur Firmenstruktur und der künftigen Rolle der Gruppe und informiert über die nächsten Schritte.

Am 1. Januar 2020 startet ein neues, wichtiges Kapitel in der Geschichte unseres Unternehmens. Wie ist ihre aktuelle Gefühlslage?

Positiv. Gespannt, weil wir Neuland betreten. Gleichzeitig gelassen, weil die Entwicklung von vielen klugen Köpfen und starken Schultern getragen wird.

Tamedia heisst neu TX Group und erhält einen neuen Markenauftritt. Sie und Ihre Familie waren immer sehr mit dem Namen Tamedia verbunden. Fällt es nicht schwer, ihn nun quasi ein Stück weit loszulassen?

Tamedia bleibt ein wichtiger Teil der Gruppe und von uns.  Die eigenständige Positionierung bietet Tamedia die Chance zur Schärfung des Profils als führende journalistische Plattform der Schweiz.

Dr. Pietro Supino

Warum haben Sie sich für den Namen TX entschieden?

Der neue Name TX Group ist ein Glücksfall. Er geht auf unsere Technology Exchange Konferenz zurück, die wir seit 2015 durchführen und die in diesem Jahr 600 Kolleginnen und Kol­legen zu den Themen Technologie, Produkt und Marke­ting zusammengebracht hat. TX Group steht für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Gruppe, für Innovation und eine dynamische Entwicklung von innen heraus. Darauf bin ich besonders stolz!

Der Bereich Classifieds & Marketplaces nennt sich künftig TX Markets, nimmt also den Gruppennamen an. Werden nun also die Marktplätze zum Kerngeschäft unserer Gruppe, nicht mehr die Bezahlmedien?

Ausgangspunkt der neuen dezentralen Organisation ist die Tatsache, dass wir als Folge der bereits bisher dynamischen Entwicklung in immer unterschiedlicheren Geschäftsfeldern tätig sind. Alle sind wichtig und sollen von der Grösse und Stärke der Gruppe profitieren können, aber die Entwicklung soll in Zukunft eigenständig erfolgen.

Sie betonen, dass die verschiedenen Unternehmen mehr Autonomie erhalten und weitgehend unabhängig sein werden. Wieviel Entscheidungsfreiheit haben die Unternehmen effektiv? Was bedeutet mehr Autonomie konkret?

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen stark gewachsen. Wir haben übernommene Aktivitäten konsequent integriert und unsere Organisation zentralisiert. Das war richtig. Es ist am Ende aber eine grosse Bandbreite entstanden, die es fast unmöglich macht zu erklären, wofür die Gruppe steht und wohin sie sich bewegt. Gerade in Zeiten der Veränderung ist ein starkes Narrativ wichtig. Die Entwicklung muss nahe an den Märkten erfolgen, von den unterschiedlichen Produkten und Métiers ausgehen. Die Strategien sollen darum auf Ebene der Unternehmen entwickelt und beschlossen werden. Entsprechend werden auch die finanziellen Kompetenzen ausgebaut, und es wird eine grosse Selbständigkeit bei der Umsetzung erwartet.

Die einzelnen Unternehmen werden weitgehend unabhängig sein. Wird es trotzdem weiterhin eine gemeinsame Unternehmenskultur innerhalb der TX Group geben? Wie wollen sie das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe schaffen?

Unternehmertum, Verlässlichkeit und Anstand sind für mich zentrale Werte. Sowohl die Gruppe als auch die einzelnen Unternehmen werden ihren Beitrag zum Ganzen unter Beweis stellen müssen. Dafür schaffen wir einen dezentrale Struktur und Transparenz. Gestaltungsfreiheit bedeutet für jede und jeden auch Mitverantwortung. Gerade in einem herausfordernden Umfeld bleiben intelligente Vernetzung wichtig, um die besten Lösungen zu finden. Dafür bietet die Gruppe gute Voraussetzungen, in diesem Sinne gilt weiterhin «L’union fait la force».