Tamedia mit gutem Ergebnis – Pendlermedien sowie Marktplätze und Beteiligungen wachsen organisch – Rückgang Print-Werbung um 35 Mio. CHF

Die Schweizer Mediengruppe Tamedia erzielte im Jahr 2017 einen Betriebsertrag von 974.2 Millionen Franken (-3.0 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg massgeblich aufgrund von Sondereffekten (Vorsorgeaufwand nach IAS 19) auf 245.2 Millionen Franken (+22.0 Prozent, EBITDA-Marge 25.2 Prozent). In der Folge stieg auch das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 180.7 Millionen Franken (+59.3 Prozent, EBIT-Marge 18.6 Prozent)und das Ergebnis auf 170.2 Millionen Franken (+39.1 Prozent). Unter Berücksichtigung aller ausserordentlichen Faktoren, insbesondere des Vorsorgeaufwandes nach IAS 19 und der reduzierten Abschreibungen, liegt das Ergebnis leicht über dem Vorjahr. Der Anteil der frei handelbaren Tamedia-Aktien steigt mit dem Verkauf von rund 2 Prozent der Aktien durch ein Mitglied der Gründerfamilie auf über 30 Prozent. 

Zürich, 13. März 2018 – Der Betriebsertrag von Tamedia sank im vergangenen Geschäftsjahr um 3.0 Prozent oder 30.6 Mio. CHF auf 974.2 Mio. CHF. Der Rückgang des Betriebsertrages ist auf den strukturellen Rückgang im Kerngeschäft Publizistik zurückzuführen. Die Print-Werbeumsätze gingen im Vorjahresvergleich um 35 Mio. CHF zurück. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg, insbesondere aufgrund eines tieferen versicherungsmathematischen Vorsorgeaufwandes nach  IAS 19 um 44.2 Mio. CHF oder 22.0 Prozent auf 245.2 Mio. CHF. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 20.0 Prozent im Vorjahr auf neu 25.2 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg in der Folge um 59.3 Prozent oder 67.3 Mio. CHF und liegt neu bei 180.7 Mio. CHF. Ein Teil der Zunahme ist auf tiefere Abschreibungen aufgrund einer verlängerten Nutzungsdauer der Druckzentren zurückzuführen. Auf Goodwill wurden 2017 keine Wertminderungen berücksichtigt (Vorjahr 11.0 Mio. CHF). Die EBIT-Marge stieg von 11.3 Prozent im Vorjahr auf neu 18.6 Prozent. Das Ergebnis 2017 liegt mit 170.2 Mio. CHF um 39.1 Prozent oder 47.9 Mio. CHF über dem Vorjahreswert von 122.3 Mio. CHF.  Ohne Berücksichtigung dieser Sondereffekte liegt das Ergebnis 21.5 Prozent oder 24.0 Mio. CHF über dem Niveau des Vorjahres. Die bezugsberechtigten Mitarbeitenden von Tamedia partizipieren mit einer Gewinnbeteiligung von 6.5 Millionen Franken am Ergebnis (Vorjahr 5.8 Millionen Franken).

 

Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia: «Mit der neuen Organisation unserer Tageszeitungen sind wir sehr gut aufgestellt, um in einer sich wandelnden Medienwelt weiterhin guten Journalismus leisten zu können. Das ist und bleibt der Kern unseres Familienunternehmens. Gleichzeitig haben wir die Grundlage für neue Angebote und ein zukünftiges Wachstum gelegt.»

Im Geschäftsjahr 2017 wurden die Weichen gestellt, um das Angebot von Tamedia weiter auszubauen. Christoph Tonini, CEO von Tamedia: «Dank den Investitionen der letzten Jahre können wir heute bezüglich Reichweite in der Schweiz mit den internationalen Wettbewerbern mithalten. Darauf wollen wir aufbauen und unseren Werbekunden in Zukunft gemeinsam mit Neo Advertising (Out-of-Home) und Goldbach (TV, Radio und Digital) ein 360-Grad-Angebot bieten.»

 

Kennzahlen

2017

in Mio. CHF

2016

in Mio.CHF

Veränderung

in Prozent

Tamedia-Gruppe

     

Betriebsertrag

974.2

1 004.8

-3.0

Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)

245.2

201.0

22.0

   Marge (in Prozent)

25.2

20.0

25.8

Betriebsergebnis (EBIT)

180.7

113.5

59.3

   Marge (in Prozent)

18.6

11.3

64.3

Ergebnis

170.2

122.3

39.1

davon Anteil Aktionäre von Tamedia

146.9

104.7

40.3

       

Mittelfluss aus betrieblicher Tätigkeit

252.9

211.7

19.4

Bilanzsumme

2 513.3

2 421.11

3.8

Eigenfinanzierungsgrad (in Prozent)²

78.4

72.51

8.0

       

Bezahlmedien

     

Betriebsertrag

603.8

640.1

-5.7

davon Intersegment

17.8

23.3

-23.5

EBITDA

82.6

94.1

-12.2

EBITDA-Marge (in Prozent)³

13.7

14.7

-6.9

       

Pendlermedien

     

Betriebsertrag

154.4

162.5

-5.0

davon Intersegment

1.2

0.2

517.3

EBITDA

50.7

39.0

30.0

EBITDA-Marge (in Prozent)³

32.8

24.0

36.8

 

Marktplätze und Beteiligungen

     

Betriebsertrag

235.5

228.4

3.1

davon Intersegment

0.6

2.7

-78.9

EBITDA

91.8

85.3

7.6

EBITDA-Marge (in Prozent)³

39.0

37.4

4.4

Durchschnittlicher
Mitarbeitendenbestand⁴

3 261

 

3 296

 

-1.1

 

Dividende pro Aktie (in CHF)

4.505

4.50

0.0

¹ per 31.12.2016

² Eigenkapital zu Bilanzsumme

³ Die Marge bezieht sich auf den  Betriebsertrag

⁴ Der durchschnittliche Mitarbeiterbestand versteht sich ohne Mitarbeitende von Assoziierten / Joint Ventures

5 Antrag des Verwaltungsrates

 

Bezahlmedien: rückläufiger Print-Werbung und steigende Digital-Abos

Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Bezahlmedien, in dem die bezahlten Medien sowie die Zeitungsdruckereien zusammengefasst sind, ist durch den deutlichen Rückgang des Print-Werbemarkts geprägt. Erfreulich entwickelten sich hingegen die digitalen Bezahlangebote. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Bezahlmedien gegenüber Dritten sank 2017 insgesamt um 5.0 Prozent auf 586.0 Mio. CHF (Vorjahr 616.8 Mio. CHF). Als Folge davon sank das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 12.2 Prozent auf 82.6 Mio. CHF (Vorjahr 94.1 Mio. CHF), was sich auch auf die EBITDA-Marge auswirkte, die neu bei 13.7 Prozent liegt (Vorjahr 14.7 Prozent).

 

Pendlermedien: Digitaleinnahmen kompensieren Print-Werberückgang

Das neu geschaffene Geschäftsfeld Pendlermedien umfasst die nationalen Medienmarken 20 Minuten, 20 minutes, die Beteiligung an 20 minuti im Tessin sowie die Beteiligungen an BT und Metroxpress in Dänemark, L’essentiel in Luxemburg und Heute sowie heute.at in Österreich. Wie bei den Bezahlmedien entwickelte sich die Print-Werbung auch bei den Pendlermedien rückläufig. Die deutlich steigenden Werbeeinnahmen im Digitalbereich konnten den Rückgang der Print-Werbung allerdings in der Schweiz mehr als kompensieren. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Pendlermedien gegenüber Dritten sank aufgrund eines Konsolidierungseffektes (Einbringung der dänischen Pendlerzeitung Metroxpress in ein Joint-venture mit einer Tamedia-Minderheitsbeteiligung) um 5.6 Prozent auf 153.2 Mio. CHF (Vorjahr 162.3 Mio. CHF). Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um 30.0 Prozent auf 50.7 Mio. CHF (Vorjahr 39.0 Mio. CHF). Die EBITDA-Marge nahm entsprechend auf 32.8 Prozent (Vorjahr 24.0 Prozent) zu.

 

Marktplätze und Beteiligungen: Fokussierung auf Weiterentwicklung

Das Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen erwirtschaftete im Berichtsjahr erneut ein starkes Ergebnis. Nach der mehrjährigen starken Wachstumsphase stand im vergangenen Jahr die Weiterentwicklung der Plattformen im Vordergrund. Der Umsatz (Betriebsertrag) des Geschäftsfeldes Marktplätze und Beteiligungen gegenüber Dritten stieg 2017 um 4.1 Prozent auf 235.0 Mio. CHF (Vorjahr 225.6 Mio. CHF). Zum Umsatzwachstum trugen insbesondere das organische Wachstum der Plattformen der JobCloud AG und homegate.ch bei, während von FashionFriends aufgrund der  Veräusserung  2016 keinen Umsatz mehr enthalten ist. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg um 7.6 Prozent auf 91.8 Mio. CHF (Vorjahr 85.3 Mio. CHF). Die EBITDA-Marge stieg weiter auf 39.0 Prozent (Vorjahr 37.4 Prozent).

 

Iwan Rickenbacher tritt aus dem Verwaltungsrat zurück - Sverre Munck zur Wahl vorgeschlagen

Prof. Dr. Iwan Rickenbacher tritt auf die nächsten Generalversammlung aus dem Verwaltungsrat von Tamedia zurück. Der frühere Generalsekretär der CVP Schweiz, Honorarprofessor der Universität Bern und heutige Politik- und Kommunikationsberater wurde 1996 in den Verwaltungsrat der damaligen TA-Media AG gewählt. In den letzten Jahren war er unter anderem Mitglied des Publizistischen Ausschusses und des Geschäftsentwicklungsausschusses des Verwaltungsrates. Der Verwaltungsrat dankt Iwan Rickenbacher für sein langjähriges Engagement und seinen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Unternehmens zu einer nationalen Mediengruppe.  Der Verwaltungsrat von Tamedia schlägt der Generalversammlung vom 20. April 2018 Dr. Sverre Munck zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Der 1953 geborene Norweger ist seit Oktober 2013 Mitglied des Beirats für Medientechnologie und Innovation. Von 1994 bis 2013 war er für die norwegische Mediengruppe Schibsted tätig, unter anderem als Finanzchef, Executive Vice President des Geschäftsbereichs Multimedia und zuletzt als Leiter Konzernstrategie und Unternehmensentwicklung sowie als Verantwortlicher für den Bereich International Editorial. Seit 2013 ist Sverre Munck Investor und professioneller Verwaltungsrat, so auch als Verwaltungsratspräsident der Opera Software ASA und des Oslo Science Park. Sverre Munck studierte Wirtschaftswissenschaften an der Yale University und promovierte 1983 an der Stanford University. 

 

Neue Mitglieder im Aktionärsbindungsvertrag der Gründerfamilie - Anstieg der frei handelbaren Aktien

Die Gründerfamilie von Tamedia bekräftigt ihr langfristiges Bekenntnis zur Mediengruppe, die vor 125 Jahren durch ihren Vorfahren Wilhelm Girardet gegründet wurde. Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Vertreterin der fünften Generation neu in den Aktionärsbindungsvertrag aufgenommen wurde, wird 2018 ein weiterer Vertreter der nächsten Generation der Aktionärsgruppe der Gründerfamilie beitreten, der die Volljährigkeit erreicht hat. Gleichzeitig ist ein Mitglied der Gründerfamilie daran, im Rahmen seiner Nachlassplanung rund 2 Prozent der Aktien von Tamedia zu veräussern. Die Beteiligung der Gründerfamilie sinkt damit von 71.8 Prozent anfangs 2017 auf neu rund 69.8 Prozent. Der Anteil der frei handelbaren Aktien steigt gleichzeitig von 28.2 auf rund 30.2 Prozent.

 

Bericht über Qualitätsmonitoring der publizistischen Medien 

Im Rahmen der Information über die Jahresergebnisse 2017 stellt Tamedia erstmals einen Bericht über das Qualitätsmonitoring der publizistischen Medien vor. Das Monitoring basiert auf dem Handbuch Qualität in den Medien, das im vergangenen Jahr neu eingeführt wurde. Unter der Projektleitung von Res Strehle wurden alle Zeitungen und Zeitschriften von Tamedia gemeinsam mit unabhängige Expertinnen und Experten einem vertieften Monitoring unterzogen. Der Qualitätsreport zeigt, dass die Redaktionen von Tamedia handwerklich gute, teils hervorragende journalistische Leistungen hervorbringen, die sachlich korrekt und fair sind und Fakten von Meinungen trennen. Als Schwachstellen wurde die vereinzelt fehlende Distanz zu den Quellen und die teils unklare Trennung des redaktionellen Teils von der Werbung identifiziert. Das Monitoring wird in den kommenden Jahren weitergeführt und aufgrund der Erfahrungen weiterentwickelt. 

Medienorientierung und Analysteninformation

Die Medienorientierung findet heute Dienstag, 13. März 2018, um 10.00 Uhr am Hauptsitz von Tamedia an der Werdstrasse 21 in Zürich statt. Für Analysten und Investoren wird zudem um 12.00 Uhr eine Analystenkonferenz durchgeführt. Für Investoren und Analysten aus Übersee wird bei Bedarf ein englischsprachiger Conference Call am Folgetag angeboten.

 

Hinweis zur Generalversammlung 2018

Die ordentliche Generalversammlung der Tamedia AG findet am Freitag, 20. April 2018 um 15.00 Uhr im Lake Side, Bellerivestrasse 170, 8008 Zürich, statt.

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