Tamedia-Abstimmungsumfrage: SVP-Initiative hat einen schweren Stand

Eine Mehrheit von 53 Prozent lehnt die Selbstbestimmungsinitiative der SVP ab. Nur Wähler der Schweizer Volkspartei unterstützen die Vorlage mehrheitlich. Zur Hornkuh-Initiative sagen 53 Prozent der Stimmbürger Ja, wie die Tamedia-Umfrage zeigt. Eine komfortable Mehrheit von 67 Prozent spricht sich für das Gesetz zur Überwachung von Versicherten aus.

Zürich, 12. Oktober 2018 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen die erste Welle der titelübergreifenden Umfrage im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 25. November 2018 durchgeführt. 14’513 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 8. und 9. Oktober online an der Befragung teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozentpunkten.  

 

Selbstbestimmungsinitiative im Gegenwind

Rund eineinhalb Monate vor der Abstimmung sagen 45 Prozent der Stimmberechtigten, dass sie die Selbstbestimmungsinitiative der SVP annehmen wollen. Eine Mehrheit von 53 Prozent ist dagegen, dass die Bundesverfassung gegenüber dem Völkerrecht – unter Ausnahme des zwingenden Völkerrechts – Vorrang haben soll. Zwei Prozent sind noch unentschlossen.

Wenig überraschend stehen Wählende der SVP fast geschlossen hinter der Selbstbestimmungsinitiative: 92 Prozent dieser Gruppe sagen Ja. Damit ist die Partei jedoch isoliert: Bei allen anderen Parteien finden sich keine Mehrheiten für die Vorlage. Am grössten ist die Zustimmung noch bei FDP-Wählern (37 Prozent Ja). Die grösste Ablehnung kommt von SP-Wählenden, die die Vorlage mit 89 Prozent verwerfen.

Die Gegner der SVP-Initiative überzeugt am häufigsten das Argument, dass die Schweiz schon heute selber bestimme, welche internationalen Verträge sie abschliesst und mit der Annahme der Initiative allenfalls Verträge gekündigt werden müssten. Danach folgen Bedenken, dass sie den Schutz der Menschenrechte schwäche. Für die Ja-Stimmenden ist das zentrale Argument, dass die Umsetzung von Volksentscheiden zentral für das Funktionieren der Demokratie sei.

Komfortabler Vorsprung für Sozialdetektiv-Befürworter

Die gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Versicherten, die bei Verdacht Observationen von Sozialversicherten zulassen will, ist bei den Stimmberechtigten unbestritten: 67 Prozent sprechen sich dafür aus, 30 Prozent sind dagegen. Keine Angabe zu ihren Stimmabsichten machten drei Prozent der Befragten.

Breite Unterstützung erhält das Gesetz von Anhängern aus allen Parteien - ausser der SP (61 Prozent Nein) und den Grünen (59 Prozent Nein). Die grösste Zustimmung zur Überwachung von Versicherten gibt es aus der SVP-Wählerschaft mit 87 Prozent Ja-Anteil. Danach folgen FDP-Wählende (81 Prozent Ja) und CVP-Anhänger (73 Prozent Ja). 

Wie die Umfrage weiter zeigt, nennen die Befürworter als wichtigstes Argument für das Gesetz, dass eine effektive Missbrauchsbekämpfung im Sinne der ehrlichen Versicherten sei. Das häufigste Argument bei den Gegnern ist indes, dass das Gesetz die Privatsphäre von allen Bürgern verletze und eine Gefahr für den Rechtsstaat sei. 

Frauen wollen eher Kühe mit Hörnern

Als dritte Vorlage kommt am 25. November die Hornkuh-Initiative vors Volk. 53 Prozent der Stimmberechtigten stimmen der Initiative zur Zeit zu, 39 Prozent sind dagegen. Acht Prozent sind noch unentschlossen, ob sie für oder gegen finanzielle Beiträge für Bauern sind, die ihren Kühen oder Ziegen die Hörner nicht entfernen. Das zeigt, dass die Präferenzen zu einem so frühen Zeitpunkt bei dieser Frage noch nicht gefestigt sind.

Bei der Hornkuh-Initiative gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 56 Prozent der Frauen sind dafür, bei den Männern sind es 49 Prozent. Das wichtigste Argument für die Befürworter der Initiative ist, dass das Enthornen von Kälbern und Ziegen Tierquälerei sei. Die Gegner finden das überzeugendste Argument, dass Subventionen für diesen Zweck unnötig seien.

Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen

Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissen­schaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen und der Bericht zur Umfrage sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia-Medien Deutschschweiz:

20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen; 

Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche;

Tessin: 20 minuti  

Kontakt

Roman Hess, Medienverantwortlicher Tamedia

+41 44 248 42 45, roman.hess@tamedia.ch


Über Tamedia

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