Tamedia-Abstimmungsumfrage: Nein-Trend bei der SBI

Gut zwei Wochen vor der Abstimmung sprechen sich nur noch 40 Prozent für die Selbstbestimmungsinitiative (SBI) der SVP aus, 58 Prozent lehnen die Vorlage ab. Auch die Hornkuh-Initiative verliert an Rückhalt: Eine knappe Mehrheit will nun ein Nein in die Urne legen. Ein deutliches Ja zeichnet sich derweil bei der gesetzlichen Grundlage zur Überwachung von Versicherten ab. 

Zürich, 14. November 2018 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen die dritte Welle der titelübergreifenden Umfrage im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 25. November 2018 durchgeführt. 13’298 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 8. und 9. November 2018 online an der Umfrage teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozentpunkten.

 

SBI: Zustimmung schwindet

In der Debatte um die Bundesverfassung und das Völkerrecht gewinnen die Gegner die Oberhand: Gut 14 Tage vor der Abstimmung sagen noch 40 Prozent der Stimmberechtigten Ja zur SBI, während sie 58 Prozent ablehnen. Zwei Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten. Es zeigt sich ein klarer Nein-Trend: Im Vergleich zur zweiten Umfragewelle von Ende Oktober legt das gegnerische Lager um 5 Prozentpunkte zu, während die Befürworter 4 Prozentpunkte einbüssen. 

 

Verstärkt hat sich insbesondere die Ablehnung bei den Wählern der Mitte und des Freisinns: 69 Prozent der FDP-Wähler sagen inzwischen Nein (2. Welle: 59 Prozent). Mit 78 Prozent Nein ist die Ablehnung bei den CVP-Anhängern noch stärker (2. Welle: 69 Prozent). 

Röstigraben bei der SVP-Initiative

Weiter zeigt die Umfrage, dass die Initiative der SVP in der Westschweiz einen sehr schweren Stand hat: 62 Prozent lehnen sie derzeit ab. Der Anteil ist deutlich höher als in der Deutschschweiz (55 Prozent Nein) und im Tessin (40 Prozent Nein). 

Gegen die Initiative spricht für viele Nein-Stimmende, dass die Schweiz schon heute autonom sei im Abschliessen internationaler Verträge, sie bei einem Ja aber unter Umständen Verträge kündigen müsste, die im Interesse des Landes seien. Für eine Mehrheit der Ja-Stimmenden ist dagegen das Argument entscheidend, dass Volksentscheide zum Wohle der Demokratie respektiert und umgesetzt werden müssten. 

Nein-Trend auch bei der Hornkuh-Initiative

Eingebrochen ist zum Ende der Kampagne hin die Zustimmung zur Hornkuh-Initiative: 52 Prozent lehnen diese nun ab – das sind 10 Prozentpunkte mehr als noch Ende Oktober. Eine Minderheit von nur noch 45 Prozent befürwortet derzeit Bundesbeiträge für Kühe und Ziegen mit Hörnern. 3 Prozent machen keine Angaben zu ihren Stimmabsichten. 

Insbesondere bei den Wählerinnen und Wählern der BDP, CVP und SVP ist der Anteil der Nein-Stimmen von der zweiten zur dritten Umfragewelle deutlich gestiegen. Nur noch die Wähler von SP und Grünen befürworten die Initiative mehrheitlich. 

 

Sozialdetektive: 67 Prozent Ja

Weiterhin auf Kurs sind die Befürworter des Gesetzes zur Überwachung von Versicherten: 67 Prozent sagen derzeit Ja, 32 Prozent lehnen sie ab. 1 Prozent machte keine Angaben zu den Stimmabsichten. Im Vergleich zur letzten Befragung präsentiert sich das Meinungsbild als sehr stabil: Auch hier wird das Referendum nur von einer rot-grünen Wählerschaft mehrheitlich unterstützt. 

Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen

Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissen­schaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen und der Bericht zur Umfrage sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia-Medien

Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen; 

Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche;

Tessin: 20 minuti  

Kontakt

Roman Hess, Medienverantwortlicher Tamedia

+41 44 248 42 45, roman.hess@tamedia.ch


Über Tamedia

Tamedia ist die führende private Schweizer Mediengruppe. Die Digitalplattformen, Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften von Tamedia bieten Überblick, Einordnung und Selektion. Das 1893 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 3‘700 Mitarbeitende in der Schweiz, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Israel, Luxemburg, Österreich und Serbien und ist seit 2000 an der Schweizer Börse kotiert.

Weitere Informationen zu Tamedia für Medienschaffende:

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