Tamedia-Abstimmungsumfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Rentenreform

In gut zehn Tagen entscheiden die Schweizer Stimmbürger über die Reform der Altersvorsorge sowie die neue Verfassungsbestimmung zur Ernährungssicherheit. Gemäss der dritten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage steht die Reform der Altersvorsorge auf der Kippe. Beim Bundesbeschluss über die Ernährungssicherheit zeichnet sich ein klares Ja ab. 

Zürich, 13. September 2017 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen die letzte titelübergreifende Umfrage vor der eidgenössischen Abstimmung vom 24. September durchgeführt. 11’921 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 7. und 8. September online an der dritten Befragungswelle teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1.3 Prozentpunkten.

Pattsituation bei der Reform der Altersvorsorge
Spannender könnte die Ausgangslage kaum sein: Gut zwei Wochen vor dem Urnengang ist das Rennen um die erste grosse Reform der AHV seit über 20 Jahren weiterhin komplett offen. Im Vergleich zur letzten Befragung von vor zwei Wochen konnte sich kein Lager entscheidend absetzen. Derzeit sagen 48 Prozent Ja zur Reform der Altersvorsorge, 49 Prozent der Stimmbürger wollen sie ablehnen. 3 Prozent haben sich noch nicht entschieden.

Von einer knappen Mehrheit von 51 Prozent wird dagegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV unterstützt. 46 Prozent wollen ein Nein in die Urne legen.

Die Altersvorsorge 2020 ist in zwei Vorlagen aufgeteilt, die miteinander verknüpft sind. Fällt nur eine der beiden Vorlagen an der Urne durch, ist die gesamte Altersreform gescheitert. Der kleine Unterschied bei der Zustimmung zu den beiden Vorlagen lässt sich wohl dadurch erklären, dass sich die Opposition einiger Stimmbürger gegen einzelne Inhalte der Reform richtet, während die Zusatzfinanzierung weniger umstritten ist.
  
Widerstand von rechts – und von den Frauen
Die Tamedia-Umfrage zeigt, dass die Wähler den Parolen ihrer Parteien folgen. So lehnen 80 Prozent der SVP-Wähler (2. Welle: 75% Nein) und 62 Prozent der FDP-Wähler (2. Welle: 58% Nein) die Reform der Altersvorsorge ab. Am grössten ist die Zustimmung bei den SP-Anhängern: 77 Prozent sagen Ja (2. Welle: 75% Ja).  
 
Skeptischer als die Männer sind die Frauen, deren ordentliches Rentenalter bei einem Ja zur Reform auf 65 Jahre ansteigt. Während sich 52 Prozent der Männer für die Reform der Altersvorsorge aussprechen, sind es bei den Frauen nur 43 Prozent. Gemäss der Umfrage ist die Zustimmung für die Rentenreform bei der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen, die von einer Besitzstandwahrung profitieren, am grössten: 55 Prozent wollen das Gesetz annehmen.  

Ernährungssicherheit ungefährdet
Ein deutliches Ja ist bei der neuen Verfassungsbestimmung zur Ernährungssicherheit zu erwarten: Gut zwei von drei Stimmbürgern wollen die Vorlage annehmen (2. Welle: 63 Prozent). Das Nein-Lager schrumpfte im Vergleich zur letzten Befragung von 29 auf 27 Prozent. 

Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen
Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissen­schaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia Medien
Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen
Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche
Tessin: 20 minuti
 

Kontakt
Christoph Zimmer, Leiter Kommunikation & Public Affairs Tamedia
+41 44 248 41 35, christoph.zimmer@tamedia.ch 

Über Tamedia
Tamedia ist die führende private Schweizer Mediengruppe. Die Digitalplattformen, Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften von Tamedia bieten Überblick, Einordnung und Selektion. Das 1893 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 3‘400 Mitarbeitende in der Schweiz, Dänemark, Luxemburg, Deutschland und Österreich und ist seit 2000 an der Schweizer Börse kotiert. www.tamedia.ch