Chronik 2006 

Tamedia im Jahr 2006

Sandro Rüegger wird am 18. Januar zum Leiter Werbemarkt Tages-Anzeiger und stellvertretender Verlagsleiter ernannt; Daniel Schnüriger übernimmt die Leitung des Werbemarktes Zeitschriften. Der 37-jährige Sandro Rüegger – er verantwortete seit dem 1. September 2004 den Werbemarkt Zeitschriften – wird per 1. März 2006 Leiter Werbemarkt Tages-Anzeiger und übernimmt in dieser Funktion die Gesamtverantwortung für den nationalen und regionalen Werbemarkt. Er wird zudem Stellvertreter von Verlagsleiter Rolf Bollmann.

Anfangs Februar verkündet Tamedia, dass 20 minutes und 20minutes.ch 8. März 2006 starten. Ab diesem Datum erscheint 20 minutes mit zwei Regionalausgaben in Lausanne und Genf und spricht damit eine junge, urbane und kaufkräftige Zielgruppe an. Wie die Deutschschweizer Schwestern werden sie neben dem kompletten In- und Ausland-Newsteil täglich zwei Seiten mit lokalen Nachrichten publizieren. Der lokale Veranstaltungskalender „what’s up“, ein Kino- und Sportteil sowie die lokalen Wetternews ergänzen das Angebot. Dies in einer Auflage von 120'000 Exemplaren. Mit 20minutes.ch wird auch in der Westschweiz auf die bewährten redaktionellen und kommerziellen Crossmedia-Möglichkeiten gesetzt.

Der Start am 8. März ist geglückt. Der durchschnittliche Umfang von 20 minutes wird zwischen 32 und 36 Seiten betragen. Die täglich rund 120'000 Exemplare werden grösstenteils im Genferseegebiet in 130 Boxen an SBB-Bahnhöfen, mehr als 250 Boxen an Standorten des öffentlichen Verkehrs sowie über weitere Distributionskanäle abgesetzt. Gut 40 Mitarbeitende produzieren – unter der Leitung von Geschäftsführer Joseph Crisci und CR Philippe Favre – 20 minutes und deren Internetplattform 20minutes.ch.

Tages-Anzeiger ab 4. Quartal 2006 mit 5 Regionalausgaben; Schaffung von 65 neuen Stellen in den Regionen; Layout wird neu entwickelt. Der Tages-Anzeiger strebt mit seinen zusätzlichen Regionalausgaben am rechten Zürichseeufer, in der Stadt Zürich, im Zürcher Oberland und im Zürcher Unterland eine Ausweitung im Stammgebiet des Kantons Zürich an. Alle Splits werden ab dem 4. Quartal im Zeitungsformat erscheinen. Von den zusätzlichen 65 Stellen fallen rund drei Viertel auf die regionalen Redaktionen und ein Viertel auf den Verlag. Mittel im hohen einstelligen Millionenbereich sowie Umlagerungen und Einsparungen durch Produktivitätsfortschritte in Verlag und Redaktion sollen dieses anspruchsvolle Vorhaben finanzieren. Das zehn Jahre alte Layout wird – auch dank neuer drucktechnischer Möglichkeiten – durch ein neues optisches Konzept ersetzt werden, das der Strategie einer Komplettzeitung Rechnung trägt.

Die Anzeigenproduktion Zeitungen (APZ) wird neu organisiert. Rückläufige Auftragsvolumen, v. a. beim Tages-Anzeiger-Hauptblatt, die bereits im Herbst 2005 zu einer Kapazitätsanpassung geführt hatten, Zuwächse im Titel-Portfolio von Tamedia und die geplante Ablösung der Software-Applikation, die allen Titeln und den heutigen Anforderungen des Marktes gerecht werden soll, erfordern eine grundlegende Neuorganisation der APZ. Diese vom VR am 23. März gutgeheissenen Massnahmen, die eine deutliche Optimierung der Prozesse und die Nutzung von Synergien ermöglichen, werden einen gestaffelten Stellenabbau zur Folge haben. Die Anzahl der betroffenen Stellen wird Mitte April bekannt gegeben.

Am 28. März kommuniziert Tamedia die Jahreszahlen 2005. Tamedia kehrt auf Wachstumspfad zurück; Betriebsergebnis (EBIT) steigt um 51 Prozent auf 95.2 Mio. Franken. Das Zeitungsgeschäft weist – aufgrund der Integration von 20 Minuten und Thurgauer Zeitung – eine Umsatzerhöhung um 29.6 Prozent auf CHF 445.6 Mio. aus. Dieser Bereich trägt 68.6 Prozent zum Gesamtumsatz und 75.2 Prozent zum Betriebsergebnis (EBIT) bei. Die Zeitschriften haben in den Lesermarkt investiert und Spick verkauft. Aus diesem Grund sank das Betriebsergebnis. Die Elektronischen Medien haben ihren EBITDA verdoppelt.
Der Bereich Services hat trotz diverser Bereinigungen (Verkauf Regor und Werd Verlag), dank Integration von Huber & Co. AG (4. Quartal 2005) und stark verbesserter Auslastung des Druckzentrums Bubenberg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 6.7 Prozent auf CHF 39.6 Mio. erhöht. Der Eigenfinanzierungsgrad liegt unverändert hoch bei 60 Prozent.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von CHF 2.50 pro Aktie.

Die Mitarbeitenden erhalten eine Gewinnbeteiligung von CHF 2'420 (bei einer 100%-Anstellung). Erstmals kommen aufgrund des guten Geschäftsjahres 2005 neben den Mitarbeitenden von Tamedia und der Tagblatt der Stadt Zürich AG auch diejenigen von 20 Minuten, Belcom/TeleZüri, Finanz und Wirtschaft, Medag sowie Radio24 und Radio Basilisk in diesen Genuss.

Mitte April wird das Projekt APZ umgesetzt. Die im März 2006 angekündigten Massnahmen führen zu einem gestaffelten Abbau von voraussichtlich 25 Stellen. In einem ersten Schritt werden 10.7 Stellen reduziert. Weitere voraussichtlich 14 Stellen werden im Herbst 2006 – nach der Einführung der neuen IT-Systeme – und im Frühjahr 2007 abgebaut. Den Betroffenen stellt Tamedia Ergänzende Leistungen im Rahmen des früheren Sozialplans zur Verfügung.

Franziska Hügli verlässt Tamedia. Nach rund 14-jähriger Tätigkeit in der Medienbranche entschliesst sich die Leiterin Personalmanagement und Unternehmenskommunikation im Juli, Tamedia zu verlassen und im Herbst 2006 im Ausland eine Weiterbildung in Angriff zu nehmen. Über die Nachfolgelösungen wird zu gegebener Zeit informiert werden.

Zuvo und Prisma bündeln ihre Kräfte in der Frühzustellung. Zuvo AG übernimmt per 1. Oktober 2006 den Geschäftsbereich Frühzustellung der Prisma Medienservice AG, einer Tochtergesellschaft der St. Galler Tagblatt AG (die wiederum zur NZZ-Gruppe gehört). Die rund 520 Verträgerinnen und Verträger der Prisma werden zu gleichen Konditionen bei der Zuvo weiterbeschäftigt. Mit dieser Bündelung der Frühzustellung deckt die Zuvo künftig 30 Prozent der Haushalte in der Deutschschweiz ab. Für 2007 ist ein Dienstleistungsausbau in Richtung Zeitschriften-Zustellung vorgesehen.

Orell Füssli übernimmt die Buchhandlung Huber, Frauenfeld. Dieser Schritt wird per 1. Januar 2007 vollzogen und sichert den Fortbestand der grössten Sortimentsbuchhandlung im Kanton Thurgau. Voraussichtlich ab November 2006 wird die Buchhandlung Huber unter dem Namen Orell Füssli Buchhandlung im Einkaufszentrum Passage am Bahnhofplatz Frauenfeld neu eröffnet. Sämtliche acht Mitarbeitenden werden von OF zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt.

Victor Breu verlässt die Finanz und Wirtschaft. Sein Rücktritt per Ende Oktober 2006 erfolgt aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch. Bis zum Entscheid über die Nachfolge übernehmen der stellvertretende Chefredaktor Peter Schuppli – er ist seit 30 Jahren für die Finanz und Wirtschaft tätig und führt bisher das Ressort Schweiz – sowie Verlagsleiter Martin Coninx gemeinsam die Leitung der Finanz und Wirtschaft.

Tagblatt der Stadt Zürich neu wöchentlich im Tabloid-Foramt: Ab 29. November erscheint das Tagblatt der Stadt Zürich mittwochs im nutzerfreundlichen Tabloid-Format mit einem modernen Layout. Als Stadtmagazin unterscheidet es sich inhaltlich und formal klar von einer Tageszeitung. Neben den amtlichen Meldungen und Anzeigen enthält das städtische Publikationsorgan rund 19 redaktionelle Seiten. Entwickelt wurde das vorliegende Konzept unter Einbezug der Stadt Zürich. Es sieht neben Interviews, Reportagen und Portraits neue journalistische Formen und interaktive Elemente wie das Leserforum ZüriEcho vor. Eine zeitgemässe Typografie, grossflächige Bilder und eine deutlich verbesserte Leserführung erhöhen die Attraktivität für Lesende und Werbende gleichermassen.

Die Aktionäre Tamedia und NZZ sind überzeugt, dass das neue Tagblatt gute Aussichten auf Erfolg im Leser- und Werbemarkt hat. Zusätzlich zum Quartierecho (Quartierzeitung für die Stadtkreise 1, 3, 4, 5 und 9) wird neu auch Die Vorstadt (Kreise 11 und 12) einer Teilauflage des Tagblatts der Stadt Zürich beigelegt. Diese beiden Titel werden weiterhin im Zeitungsformat veröffentlicht. Personell ergeben sich keine Veränderungen.

Markus Stoll wird neuer Leiter der Personalmanagements. Der 37-jährige Personalfachmann mit internationaler Erfahrung tritt seine neue Stelle am 2. April 2007 an. Markus Stoll studierte Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Personalmanagement und Marketing an der Uni Zürich. Nach verschiedenen nationalen und internationalen Führungsfunktionen im Personalbereich der UBS und der Credit Suisse ist er ab 2004 als Mitglied der Direktion bei der Zurich Financial Services Group tätig. Zur Zeit ist Markus Stoll weltweiter HR Senior Project Manager im Bereich des HR Business Managements.

20 minutes lanciert eine dritte Ausgabe. Die überregionale Ausgabe Romandie erscheint ab dem 3. Januar 2007 und wird in einer geplanten Auflage von 90'000 Exemplaren in über 400 zusätzlichen Boxen verteilt – in den Kantonen Neuenburg und Jura sowie den französischsprachigen Gebieten der Kantone Bern, Freiburg und Wallis. Damit wird 20 minutes seine Auflage in der Westschweiz auf rund 240'000 Exemplare steigern und seine Position festigen.

Gleichzeitig wird das Webcenter 20minutes.ch deutlich ausgebaut. Neu wird 20minutes.ch werktags während 16 und am Wochenende während 12 Stunden aktualisiert. Zu diesem Zweck werden zusätzlich acht Stellen in der Redaktion und eine im Verlag geschaffen. 20 minutes wird ab 2007 mehr als 50 Mitarbeitende beschäftigen.

Neues Team Honorarbuchhaltung für Zeitungen und Zeitschriften. Mit der Revision des Aktienrechts steigen die Anforderungen an das interne Kontrollsystem – die Einhaltung des Vieraugenprinzips muss gewährleistet sein. Ab 1. Januar 2007 werden die Honorarbuchhaltungen von Annabelle, Facts, Das Magazin, Schweizer Familie, SonntagsZeitung, Tagblatt der Stadt Zürich und Tages-Anzeiger zusammengefasst. Bis Mitte 2007 kommen 20 Minuten und Finanz und Wirtschaft dazu. Die Honorarbuchhaltungen von Thurgauer Zeitung und Regionalzeitung Hinterthurgau verbleiben in Frauenfeld, werden fachlich jedoch der zentralen Honorarbuchhaltung unterstellt. Das neue Team wird von Ursula Sänger, bisher Leiterin der Honorarbuchhaltung des Tages-Anzeigers, geleitet und der Saläradministration von Tamedia unterstellt. Die Anzahl Stellen bleibt unverändert.

Tages-Anzeiger lanciert Grossauflage: An seiner letzten Sitzung im Jahr 2006 hat der Verwaltungsrat die Lancierung einer Grossauflage des Tages-Anzeigers beschlossen. Die Grossauflage (ohne Stellen-Anzeiger) wird ab Frühling 2007 jeweils dienstags in den Regionen Zürichsee, Zürcher Oberland und Zürcher Unterland verteilt. Mit einer Zusatzauflage von 170'000 Exemplaren steigt die Gesamtauflage am Erscheinungstag auf 395'000 Exemplare. Schweizweit wird der Tages-Anzeiger voraussichtlich 720'000 Lesende (Reichweite von über 50 Prozent) erreichen und im Wirtschaftsgebiet 43 (Zürich) damit zur reichweitenstärksten Tageszeitung avancieren.

Stellenportale jobwinner.ch und alpha.ch bauen Angebot aus: Der Tamedia-Stellenmarkt expandiert. In den Bereichen Verkauf und Online-Produktion werden total zehn neue Stellen geschaffen. Damit und mit neuen Angeboten für mittlere und grosse Kunden will Tamedia den Marktanteil der beiden Stellenportale langfristig erhöhen. Mit verbesserter Einbindung der Onlineangebote in die Zeitungs- und Zeitschriftentitel von Tamedia sowie verstärkten Marketingmassnahmen gegenüber Stellensuchenden soll zusätzlich die Bekanntheit dieser Dienstleistungen gesteigert werden.

Christoph Tonini neuer stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensleitung: Mit diesem Entscheid verjüngt der Verwaltungsrat die oberste Führung von Tamedia. Jürg Brauchli bleibt als Leiter Druck und Logistik weiterhin Mitglied der Unternehmensleitung. Der 37-jährige Tonini ist seit April 2003 als Leiter Finanzen Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia. Im Oktober 2004 übernahm er zusätzlich den Bereich Services und seit Dezember 2005 leitet er den Bereich Zeitungen Schweiz.

Unternehmensbereich Druck erhöht Lohnsumme im GAV Technik um 1.3 Prozent: Unternehmensleitung und Betriebskommission (Beko) von Tamedia haben sich auf eine Erhöhung der Lohnsumme im Bereich Druck, Druckvorstufe und im technischen Dienst um 1.3 Prozent für 2007 geeinigt. 1 Prozent der Summe werden für individuelle Erhöhungen (auf den 1. April 2007) verwendet. 0.3 Prozent werden als generelle Lohnerhöhung von 20 Franken pro Mitarbeitenden – auf den 1. Januar 2007 – ausbezahlt. Arbeitgeberin und Beko sind mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Über die Lohnerhöhung für alle übrigen Mitarbeitenden wird Tamedia im ersten Quartal 2007 informieren. Sämtliche Mitarbeitenden von Tamedia und deren vollkonsolidierten Tochtergesellschaften profitieren darüber hinaus weiterhin von der Gewinnbeteiligung. Diese ist abhängig vom Jahresabschluss 2006, der am 27. März 2007 publiziert wird.



You need to upgrade your Flash Player