Tamedia im Jahr 2004
Führungswechsel im Bereich Zeitschriften: Martin Kall tritt am 9. Januar 2004 interimistisch an die Stelle von Alexander Theobald, der Tamedia verlässt und als Leiter Zeitschriften zu Ringier wechselt. Der Abgang war bereits im Dezember 2003 angekündigt worden.
Ende Januar stellt Tamedia trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds für das laufende Jahr 0,5 % der Lohnsumme für individuelle Lohnanpassungen zur Verfügung. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dem Viscom-GAV (für das technische Personal) unterstellt sind, hat sich Tamedia mit der Betriebskommission auf eine generelle Lohnerhöhung von 0,5 % verständigt. Diese gilt bereits ab Januar. Die individuellen Lohnanpassungen werden erstmals mit dem Aprillohn ausbezahlt.
Anfang Februar wird Sandro Rüegger (35) zum neuen Leiter Anzeigenmarkt Zeitschriften bestimmt. Die Stelle war im Herbst 2003 im Zuge der Reorganisation des Zeitschriftenbereichs neu geschaffen und vorerst interimistisch besetzt worden. Sandro Rüegger, zurzeit Geschäftsleitungsmitglied der Jean Frey-Gruppe und Verlagsleiter von TR7, übernimmt die Funktion spätestens am 1. September 2004. Bis dahin führt Spick-Verlagsleiter Marcel Tappeiner, der auch die Verkaufsförderung Zeitschriften betreut, den Anzeigenmarkt Zeitschriften interimistisch.
Am 6. Februar wird Stefan Barmettler zum neuen Chefredaktor von Facts gewählt. Er tritt die Nachfolge von Hannes Britschgi an, der Tamedia im Oktober 2003 verlassen hat. Seither führte Stefan Barmettler (46) die Redaktion des Nachrichtenmagazins interimistisch. Dabei war er nicht nur für das operative Geschäft zuständig. Der erfahrene Journalist, der bereits bei der Gründung von Facts im Frühling 1994 dabei war, leitet auch die Arbeiten für den Relaunch von Facts, der auf den 7. April 2004 geplant ist.
Am 17. Februar wird der Führungswechsel bei Radio Basilisk bekanntgegeben: Christian Heeb, Präsident des Verwaltungsrats, Geschäftsführer und Programmchef von Radio Basilisk, und Hans-Ruedi Ledermann, Präsident des Verwaltungsrats und Geschäftsführer der Verkaufsgesellschaft Medag AG, treten auf den 1. Juli 2004 von ihren Funktionen zurück. Neuer Programmleiter bei Radio Basilisk wird der bisherige Redaktionsleiter, Raphael Suter. Die Leitung Verkauf und Marketing bei der Medag AG übernimmt Monique Stauffer. Für die Geschäftsführung von Radio Basilisk und Medag AG zeichnet ab 1. Juli Andreas Meili, Leiter Elektronische Medien und Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia, verantwortlich.
Am 25. Februar stirbt Hans-Ruedi Ledermann (60) nach kurzer, schwerer Krankheit in Basel. Er war Gründer und Mitbesitzer der Medag AG für Medienarbeit und hat zusammen mit Christian Heeb Radio Basilisk zur unangefochtenen Nummer 1 im Raum Basel gemacht. Hans-Ruedi Ledermann beabsichtigte, sich im Sommer 2004 aus dem Berufsleben zurückziehen, „um den Ruhestand zu geniessen“, wie er sagte. Aus gesundheitlichen Gründen delegierte er Anfang 2004 das Tagesgeschäft der Medag AG an Monique Stauffer. Durch Hans-Ruedi Ledermanns Hinschied verlieren die Medag AG und Radio Basilisk eine markante Führungspersönlichkeit, einen erfolgreichen Unternehmer und liebenswerten Menschen.
Ende Februar fasst Tamedia ihre Produkte für Stellenanzeigen zum Kompetenzzentrum Tamedia Stellenmarkt zusammen. Damit kommen die Printerzeugnisse Alpha und Stellen-Anzeiger sowie die Online-Plattform jobwinner.ch unter eine Leitung. Mit dieser Bündelung will Tamedia die Synergien zwischen gedruckten und elektronischen Medien besser nutzen, die Bedürfnisse der Kunden umfassender abdecken und damit die Position in diesem wichtigen Segment des Anzeigenmarkts ausbauen. Die Funktion der Verlagsleiterin Stellenmarkt übernimmt Isabel Kaiser. Der Bereich wird Jürg Brauchli, Leiter Zeitungen, unterstellt.
Tamedia wird den Informatik-Bereich auslagern. Der Verwaltungsrat stimmte Ende März einem entsprechenden Antrag der Unternehmensleitung im Grundsatz zu. Vorabklärungen hatten ergeben, dass sich durch die Übertragung dieses Bereichs an ein spezialisiertes IT-Unternehmen Synergien ausschöpfen und erhebliche Einsparungen erzielen lassen würden. Die Verhandlungen mit möglichen Outsourcingpartnern sind im Gang. Das Outsourcing soll im 3. Quartal 2004 erfolgen. Dabei werden sämtliche Mitarbeitenden der Tamedia-Informatik zu den bisherigen Konditionen weiter beschäftigt. Verfügbarkeit und Stabilität der bestehenden elektronischen Systeme bleiben gewährleistet.
Personelle Neuerungen bei den Radios: Andreas Meier (31), langjähriger Moderator von Radio 24, wird per 1. April neuer Musikchef von Radio 24 und Radio Basilisk und gehört neu der Programmleitung der beiden Stationen an. Bei Radio Basilisk übernimmt der bisherige stellvertretende Redaktionsleiter, Benedikt Erni (28), die Führung der Redaktion. Er ersetzt Raphael Suter, der Christian Heeb als Programmleiter ablöst. Neuer stellvertretender Redaktionsleiter von Radio Basilisk wird der 27-jährige Nicolas Drechsler.
Die AG für Werbemittelforschung (wemf) veröffentlicht Anfang April die für das Jahr 2003 erhobenen Auflagezahlen. Drei Tamedia-Titel verzeichneten eine positive Entwicklung, drei mussten Einbussen hinnehmen. Die Gewinner sind der Tages-Anzeiger (+0,9 % auf 236'569), die SonntagsZeitung (+0,1 % auf 202'255) sowie die Schweizer Familie (+1,6 % auf 162'255). Auflage verloren haben Facts (–13,4 % auf 75'704), Annabelle (–2,3 % auf 72'010) und Finanz und Wirtschaft (–13,4 % auf 38'354).
Auf den Tag genau neun Jahre nach seiner Lancierung erscheint am 7. April das Magazin Facts in optisch und strukturell überarbeiteter Form. Das Layout ist ruhiger gestaltet, der Bildanteil zugunsten von mehr Infografiken reduziert. Inhaltlich bringt der Relaunch eine verstärkte Ausrichtung des Hefts auf Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.
Gerhart Isler, seit 16 Jahren Verleger von Finanz und Wirtschaft, gibt am 30. April seinen Rücktritt per Ende 2004 bekannt. Per 1. Januar 2005 wird er sein Amt als Präsident des Verwaltungsrats der Finanz und Wirtschaft an Martin Kall übergeben. Martin Kall tritt bereits im Mai in dieses Gremium ein, gleichzeitig mit Daniel Manser, Leiter Finanzbuchhaltung/Controlling von Tamedia. Chefredaktor Peter Bohnenblust bleibt Mitglied des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Finanz und Wirtschaft. Der Geschäftsleitung wird nebst Peter Schuppli (bisher) ab Anfang 2005 auch Martin Coninx als Verlagsleiter von Finanz und Wirtschaft angehören.
Die Nachfolge von Christa Löpfe in der Chefredaktion Annabelle ist geregelt: Ab 1. Mai leitet Lisa Feldmann (45) die Frauenzeitschrift. Die neue Chefredaktorin war zwischen 1992 und 1995 stellvertretende Chefredaktorin von Elle. Danach leitete sie während drei Jahren die Redaktion der Frauenzeitschrift Cosmopolitan. Anschliessend war sie als Ressortleiterin beim Magazin der Süddeutschen Zeitung tätig und wirkte beim Relaunch von Life & Style mit. Seit März 2002 arbeitet Lisa Feldmann als Redaktorin im Trend-Bund der SonntagsZeitung.
Die Schweizer Familie erfährt Mitte Mai ein sanftes Facelifting. Ziel des Redesigns ist es, die Zeitschrift leichter, frischer und weiblicher zu machen. In ihrem neuen Kleid will die Schweizer Familie die Bedürfnisse der Leserinnen und Leser noch besser abdecken. Das inhaltliche Konzept wird nicht verändert.
Die Generalversammlung der Berner Zeitung AG wählt am 18. Mai Martin Kall in den Verwaltungsrat. Er ersetzt den langjährigen BZ-Verwaltungsrat Robert Karrer, VR-Vizepräsident der Tamedia AG. Die beiden anderen Vertreter von Tamedia im sieben Mitglieder zählenden BZ-Verwaltungsrat sind Iwan Rickenbacher und Pietro Supino. Die Tamedia AG hält 49 % der Aktien der Berner Zeitung AG.
Am 19. Mai feiert das Druckzentrum Bubenberg sein 20-jähriges Bestehen und die Inbetriebnahme der weltweit ersten 6/2-Zeitungsdruckmaschine von König & Bauer mit zwei festlichen Veranstaltungen. Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung bringen zu diesem Anlass eine gemeinsame Sondernummer heraus.
An der von 385 Aktionärinnen und Aktionären besuchten Generalversammlung vom 26. Mai stellt der Verwaltungsrat den Antrag auf Dividendenverzicht. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Konzernverlust von 17,7 Mio. CHF. Im schlechten Ergebnis widerspiegelt sich nicht nur die schwierige konjunkturelle Situation. Für den Verlust sind in erster Linie ausserordentliche Abschreibungen und hohe Restrukturierungskosten verantwortlich. Die einmaligen Aufwendungen beliefen sich auf 57,2 Mio. CHF. Allein für Sozialpläne wurden 24,4 Mio. CHF zurückgestellt. Die Generalversammlung genehmigt die Jahresrechnung und wählt Konstantin Richter in den Verwaltungsrat. Damit sind alle drei Stämme der Besitzerfamilie im obersten Organ des Unternehmens präsent. Konstantin Richter (33) ist neben Pietro Supino der zweite Vertreter der fünften Generation im Verwaltungsrat. Aufgrund seiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung wird er zusätzliche journalistische und verlegerische Kompetenz einbringen.
20 Minuten expandiert in die Zentralschweiz: Nach dem erfolgreichen Auftritt in Zürich, Basel und Bern lanciert die Pendlerzeitung am 1. Juni eine Regionalausgabe für die Städte Luzern und Zug und Umgebung mit einer Startauflage von 40'000 Exemplaren. Gedruckt wird das Blatt im Druckzentrum Bubenberg. Die Distribution erfolgt über rund 100 Boxen an 60 wichtigen Halteorten der SBB sowie über Tankstellen, Bäckereien, Cafés, Restaurants und diverse Poststellen. Für die Zentralschweizer Ausgabe von 20 Minuten wurden drei neue Redaktionsstellen geschaffen und verschiedene freie Journalisten unter Vertrag genommen.
Ende Juni nimmt Tamedia die Weiterverarbeitung Zeitschriften, die sie im Dezember 2003 der Printpark AG übergeben hatte, zurück und wird die Aktivitäten bis auf Weiteres fortführen. Bei einer Einstellung des Geschäfts käme Tamedia für die Kosten des Sozialplans auf. Printpark hatte die Weiterverarbeitung (mit 14 Arbeitsverhältnissen) im Dezember 2003 in der Absicht übernommen, den Bereich durch eigene Aufträge besser auszulasten. Das in Rapperswil domizilierte Unternehmen befindet sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Sandra Geiger gibt die Verlagsleitung der SonntagsZeitung ab und verlässt Tamedia. Sie übernimmt spätestens per Anfang Dezember 2004 die Verlagsleitung des Wirtschaftsmagazins Bilanz bei Jean Frey. Die Nachfolgeregelung bei der SonntagsZeitung ist noch offen.
Mitte August wird der Wechsel in der Verlagsleitung von Facts bekanntgegeben. Daniel Schnüriger, Leiter Anzeigenverkauf Agenturen, tritt an die Stelle von Gregor J. Eschle, der Tamedia verlässt. Gleichzeitig werden die separaten Verkaufs- und Beratungsteams für die Mediaagenturen bei Facts, Schweizer Familie und Annabelle aufgelöst und in die jeweiligen Verkaufsteams integriert.
Tamedia gibt die Halbjahreszahlen 2004 bekannt. Sie zeigen, dass das Unternehmen nach einem Vorjahr mit Verlust in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt ist. Der Konzerngewinn beträgt 18,0 Mio. CHF. Das Betriebsergebnis verbesserte sich von 11,8 Mio. CHF auf 43,6 Mio. CHF. Als Folge der Restrukturierungsmassnahmen ging der Betriebsaufwand von 278,8 auf 234,8 Mio. CHF zurück. Der Betriebsertrag sank um 4,2 % auf 278,4 Mio. CHF.
Ende August wird Uli Rubner als neue Leiterin des Unternehmensbereichs Zeitschriften und Mitglied der Unternehmensleitung bestimmt. Sie tritt ihre Stelle am 3. Januar 2005 an. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Bereich weiterhin interimistisch von Martin Kall geführt. Uli Rubner begann ihre berufliche Laufbahn als Journalistin und wechselte später ins Verlagsgeschäft. Im März 2000 übernahm sie die Verlagsleitung der Weltwoche und wurde Mitglied der Geschäftsleitung der Jean Frey AG. Ab Juni 2003 war sie zusätzlich für den Verlag der Bilanz zuständig.
Das Magazin wird national: Ab 8. Januar 2005 soll es samstags jeweils der Basler Zeitung, der Berner Zeitung und dem Solothurner Tagblatt, einem Kopfblatt der Berner Zeitung beiliegen – dies wird Ende August angekündigt. Damit steigt die Druckauflage von 280'000 auf 50'000 Exemplare. Dank der Verbreitung in zwei weiteren urbanen Zentren der Deutschschweiz kann Das Magazin seine Stellung im Leser- und Anzeigenmarkt nachhaltig verstärken. Im Hinblick auf die geografische Expansion wird das Heft unter Leitung von Chefredaktor Res Strehle auch inhaltlich national ausgerichtet.
Die Pendlerzeitung 20 Minuten rückt näher zu Tamedia. Im März 2005 ziehen Verlag und Redaktion vom Airgate in Zürich Oerlikon ins neue Medienhaus an der Werdstrasse um. Ab 1. April 2005 werden die rund 200'000 Exemplare der Zürcher Ausgabe von 20 Minuten nicht mehr in Vorarlberg gedruckt, sondern im Druckzentrum Bubenberg. Seit 1. Juni 2004 wird dort bereits die Luzerner Ausgabe der Gratiszeitung (Auflage 40'000) hergestellt.
Anfang September kündigt Tamedia einen neuen Wochentitel für den Fahrzeugmarkt an, die car4you-Zeitung. Das Blatt erscheint in einer Auflage von 35'000 Exemplaren und ist ab 14. Oktober in der Deutschschweiz an gegen 4000 Verkaufsstellen erhältlich. Die Lancierung erfolgt in Zusammenarbeit mit der in Zürich ansässigen car4you Schweiz AG, die seit vier Jahren eine Online-Plattform mit gegenwärtig rund 60'000 Fahrzeugangeboten betreibt. Die in der Zeitung erscheinenden Anzeigen werden aus der Online-Plattform generiert. Der Verlag der car4you-Zeitung ist dem Tamedia-Fahrzeugmarkt angegliedert. Gedruckt wird der Titel, der neben Inseraten redaktionelle Beiträge zum Thema Auto enthält, im Druckzentrum Bubenberg.
Am 9. September kündigenTamedia und das Westschweizer Medienunternehmen Edipresse den Einstieg beim Schweizer Immobilienportal homegate.ch ein (vorbehältlich der Zustimmung der Wettbewerbskommission). In einem ersten Schritt beteiligen sich Tamedia und Edipresse mit je 14,5 % an der homegate AG. Martin Kall wird Mitglied des VR von homegate. Für 2008 ist die Übernahme der Mehrheit vorgesehen. Bis dahin bleibt die Zürcher Kantonalbank Hauptaktionärin. Die bestehenden elektronischen Marktplätze von Tamedia (tagesanzeiger.ch/immobilien) und Edipresse (swissimo.ch) sollen in homegate.ch integriert und die Synergien zwischen homegate.ch und den Immobilienrubriken in den Print-Produkten genutzt werden.
Ab Mitte September wird das im Frühling beschlossene Outsourcing des Informatik-Bereichs wird umgesetzt. Ab 1. Oktober zeichnet die Firma Swisscom-IT-Services für die Informatik bei Tamedia verantwortlich. Die von der Auslagerung betroffenen Mitarbeitenden werden von Swisscom-IT-Services zu den bisherigen Konditionen und mit einer mehrjährigen Beschäftigungsgarantie übernommen. Die Arbeitsplätze verbleiben mehrheitlich im Medienhaus Werd bzw. an den anderen bisherigen Standorten bei Tamedia.
Werd Verlag mit interimistischer Leitung: Gregory C. Zäch übernimmt bis Ende Jahr auf Mandatsbasis die Nachfolge des im Sommer in Frühpension gegangenen Verlagsleiters Gian Laube. Damit wird die Programmkontinuität sichergestellt. Zäch ist Gründer und Inhaber der im Bereich Fachliteratur tätigen Midas Verlags AG und der Midas Management AG, deren Aktivitäten er weiterhin leitet. Die definitive Besetzung des Chefpostens im Werd Verlag soll im vierten Quartal 2004 erfolgen.
Am 22. September gehen SF DRS und Tamedia eine Medienpartnerschaft ein: Die Schweizer Familie und das Gesundheitsmagazin «Puls» des Schweizer Fernsehens DRS wollen journalistisch zusammenarbeiten. Im Rahmen dieser Kooperation baut die Schweizer Familie ab 1. Oktober 2004 ihre Rubrik Gesundheit und Medizin ab Anfang Oktober aus und nimmt Bezug (Rückblick, Fragen am Zuschauertelefon, Vorschau) auf Sendungen von «Puls». Mit einem Marktanteil von 32.3 % ist diese Produktion von SF DRS die erfolgreichste Medizinsendung der Schweiz.
Am 23. September kündigt der Tages-Anzeiger die Lancierung einer Regionalausgabe an: Zur Verstärkung seiner Stellung im Grossraum Zürich bringt der Tages-Anzeiger am 28. Februar 2005 (statt wie ursprünglich geplant im März 2005) einen Split für das linke Zürichsee-Ufer auf den Markt. Unter der Projektleitung von Daniela Decurtins, stellvertretende Chefredaktorin, wird in Wädenswil eine Lokalredaktion aufgebaut. Ursprünglich war geplant, Redaktion und Verlag in Horgen anzusiedeln. In Wädenswil fanden sich aber geeignetere Büroräumlichkeiten. Für die Akquisition von amtlichen Mitteilungen und lokalen Anzeigen bildet der Verlag ein regionales Verkaufsteam.
Ebenfalls am 23. September passt Tamedia die Organisation der Unternehmensleitung den strategischen Zielen an. Das Druckzentrum Bubenberg, die Verlagslogistik, der Technische Dienst, das Call Center sowie die Zustellorganisation ZUVO fallen neu in die Verantwortung von Christoph Tonini, Leiter Finanzen. Jürg Brauchli, Leiter Zeitungen, konzentriert sich auf die Zeitungsaktivitäten und das Rubrikengeschäft. Sein Bereich umfasst die SonntagsZeitung, den Verlag Tages-Anzeiger – der Chefredaktor rapportiert weiterhin an Martin Kall – sowie den Stellen-, Immobilien- und Fahrzeugmarkt von Tamedia.
Spick geht an Künzler-Bachmann. Der St. Galler Verlag übernimmt die Kinderzeitschrift per 1. Januar 2005. Die seit September 2003 bestehende redaktionelle Kooperation mit dem Nürnberger Sailer-Verlag soll fortgeführt werden. Damit wird das bisherige Team auch in Zukunft für die Inhalte des Hefts verantwortlich zeichnen. Tamedia will Spick weiterhin unterstützen. Es ist vorgesehen, der Kinderzeitschrift in verschiedenen Titeln während fünf Jahren Werberaum zur Verfügung stellen.
Die AG für Werbemedienforschung (wemf) hat am 1. Oktober für die Titel von Tamedia eine Zwischenbeglaubigung für die Bemessungsperiode vom 1. Juli 2003 bis 30. Juni 2004 durchgeführt. Im Vergleich zur Erhebung Basis 2003 entwickelten sich die Auflagen wie folgt: Tages-Anzeiger –0,1 % auf 236'229 Exemplare; SonntagsZeitung +0,4 % auf 203'087; Finanz und Wirtschaft –2,0 % auf 37'572; Annabelle –8,2 % auf 66'100; Facts –4,6 % auf 72'252; Schweizer Familie +1,5 % auf 165’064.
Am 1. November nimmt Martin Coninx seine Arbeit als Verlagsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung von Finanz und Wirtschaft auf. Er wird bis Ende Jahr von Gerhart Isler in die Geschäfte eingeführt. Gerhart Isler, seit 16 Jahren Verleger von Finanz und Wirtschaft, hatte im April bekannt gegeben, dass er Ende 2004 zurücktreten werde. Per 1.1.2005 tritt Martin Kall seine Nachfolge als Präsident des Verwaltungsrats an.
Im Hinblick auf die Lancierung der Regionalausgabe für das linke Zürichsee-Ufer beteiligt sich der Tages-Anzeiger am PresseKombi 27. Dieser Anzeigenverbund umfasst nebst dem Tages-Anzeiger-Split für den Bezirk Horgen sechs weitere Titel – Bote der Urschweiz, Die Südostschweiz Gaster und See, Die Südostschweiz Glarus, Höfner Volksblatt, March-Anzeiger, Sorganserländer – und erreicht täglich 131'000 Leserinnen und Leser. Damit ist das PresseKombi 27 der reichweitenstärkste Werbeträger der Region.
Nach dem Verkauf des Spick an Künzler-Bachmann übernimmt der bisherige Verkaufsleiter der Kinderzeitschrift, Marcel Tappeiner, andere Aufgaben. Er wird Leiter der neu geschaffenen Stabsstelle Projekte von Tamedia, die direkt an den Vorsitzenden der Unternehmensleitung rapportiert. Im Zusammenhang mit dieser Änderung wird die bisher dem Bereichsleiter Zeitschriften unterstellte Tamedia-Marktforschung der Stabsstelle Projekte zugeordnet.
Anfang Dezember wird Caroline Thoma zur neuen Verlagsleiterin der SonntagsZeitung bestimmt. Sie tritt Mitte Februar 2005 die Nachfolge von Sandra Geiger an, die ihre Stelle gekündigt und zu Jean Frey gewechselt hat. Caroline Thoma absolviert zurzeit an der Universität St. Gallen eine Ausbildung in Media and Communication mit Abschluss Executive MBA. Ihr Einstieg in die Verlagsbranche erfolgte 1991 bei der Wirtschaftszeitung Cash. Von 1998 bis 2003 leitete sie den Verlag von Annabelle.
Mitte Dezember gibt Tamedia die Auslagerung der Weiterverarbeitung Zeitschriften bekannt. Per 1. Januar 2005 übernimmt die Print Media Corporation (pmc) das Geschäft. Die Weiterverarbeitung Zeitschriften erfolgt ab Anfang Juni in Oetwil am See, wo die zur WRH Walter Reist Holding, Hinwil, gehörende pmc über modernste Produktionsanlagen verfügt. Sieben Mitarbeitende von Tamedia wechseln zu pmc.
Am 21. Dezemger einigen sich Betriebskommission und Unternehmensleitung von Tamedia auf eine Lohnerhöhung für 2005 von 0,8 Prozent der Lohnsumme. Die Erhöhungen erfolgen individuell und liegen in der Kompetenz der Vorgesetzten. Sie werden erstmals mit dem Aprillohn 2005 ausbezahlt. Ebenfalls im Frühjahr wird voraussichtlich ein Gewinnanteil für das Jahr 2004 an die Mitarbeitenden ausgeschüttet werden können. Für einen entsprechenden Beschluss muss allerdings erst der Jahresabschluss vorliegen.
Am 28. Dezember verkauft Tamedia die Regor AG an Künzler-Bachmann, St.Gallen. Der Schritt erfolgt im Rahmen der bereits 2003 bekannt gegebenen Strategie des Abbaus nicht-strategischer Beteiligungen. Künftig wird sich Regor als Teil der Künzler-Bachmann Rechenzentrum AG auf das klassische Lettershop-Geschäft konzentrieren. Die Produktion am Standort Rorbas wird weitergeführt. Der grösste Teil der Arbeitsplätze bleibt erhalten. Regor erwirtschaftete 2004 mit 43 Mitarbeitenden einen Umsatz von knapp 6,5 Millionen Franken.