Förderpreis 2009 

Die Gewinner des Tamedia-Förderpreises 2009:

Catherine Boss und Martin Stoll, SonntagsZeitung
Mit Beiträgen in der SonntagsZeitung haben Catherine Boss und Martin Stoll, zusammen mit dem freien Mitarbeiter Karl Wild, eines der grössten politischen Erdbeben der letzten Jahre in der Schweiz ausgelöst. Ihre Recherchen im Fall Nef führten schliesslich zum Rücktritt eines Bundesrates. Besonders die Tatsache, dass die Autoren von Anfang an im Besitz aller Fakten waren und trotzdem die journalistische Gratwanderung meisterten, die Privatsphäre von Betroffenen so gut wie möglich zu schützen, gewann grosse Anerkennung.

Roland Bingisser, Schweizer Familie
Grosse Sorgen können auch in ruhiger Sprache erzählt werden. Eine bewegende Reportage über das Leben von Analphabeten in der Schweiz erregte letztes Jahr Aufsehen. Ein lebenslanges und oft demütigendes Tarnen gehört zum Schicksal vieler Betroffener. Roland Bingisser hat für die Schweizer Familie die täglichen Nöte und Tricks dieser Menschen unaufgeregt geschildert. Und damit die Menschen und ihre Probleme einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen – ohne Sensationslust, aber mit viel Sensibilität.

Daniel Huber Staub, 20 Minuten Online
Im Internet verschmelzen Text, Bild, Film, Ton und Grafik zu einem einzigen Eindruck. Damit Nutzerinnen und Nutzer durch diese Fülle an audiovisuellen Eindrücken nicht überfordert werden, braucht es qualitativ hochstehende Inhalte, und dazu gehören mit grosser Sorgfalt gemachte Grafiken. Daniel Huber Staub hat als Konzepter und Ideengeber der Info-Grafiken auf 20 Minuten Online massgeblich und nachhaltig die Qualität dieser Grafiken geprägt. Er hilft mit seinem Engagement, der Flüchtigkeit des Mediums Internet entgegenzuwirken. In den Grafiken werden etwa aktuelle Ereignisse in geschichtliche Zusammenhänge gebracht oder komplexe Geschehnisse interaktiv und nachhaltig aufbereitet und präsentiert.

Matthias Bärlocher, Radio 24
Der Einzelkämpfer in der Politarena: Matthias Bärlocher arbeitet als Reporter in Bern und verfasst aus der Mitte des politischen Betriebs in der Bundesstadt jeden Tag mehrere Beiträge für Radio 24 und Capital FM. Er ist der einzige akkreditierte Bundeshaus-Journalist eines Privatradios, seine Berichterstattung wird auch von Radio Grischa und FM1 übernommen. Matthias Bärlocher erklärt radiogerecht mit grosser Kompetenz die grosse Politik und hat dabei seinen eigenen, unverwechselbaren Reportagestil entwickelt: prägnant, nahe und pointiert.

René Birrer, TeleZüri
Das «Sommerloch» im Programm einer Fernsehstation bietet die Möglichkeit, abseits des üblichen Newsjournalismus Themen vertieft und umfassend aufzugreifen, die sonst untergehen würden. In einer fünfteiligen Serie berichtete René Birrer für TeleZüri über das Leben und Arbeiten von Älplern. Stimmungsvoll, sensibel und nahe an den Protagonisten hat der Videojournalist damit dem urbanen Publikum einen ungewohnten und spannenden Einblick gewährt. Gleichzeitig hat er mit seiner Dokumentation und den eindrücklichen Bildern auch den Älplern eine Stimme gegeben.



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